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Debre Markos 2004

4.12. - 19.12. 2004


Trotz gründlicher Vorbereitung war bereits der Beginn unsere Reise von Schwierigkeiten geprägt: doppeltes Übergepäck und Flugverspätungen waren die Ursache, dass unsere Koffer mit den Op-Instrumenten, Medikamenten sowie privaten Dingen in Frankfurt zurück blieben. Wir mussten 3 Tage auf die nächste Maschine in Addis warten, da ohne Op-Utensilien an eine Weiterreise nicht zu denken war.
In Debre Markos war es mit den Stromausfällen und dem Wassermangel besonders schlimm, mehrmals mussten wir unter Zuhilfenahme von Taschenlampen eine Operation beenden. Im Hotel war die Lage auch nicht anders, vor allem die Situation der Toiletten war sehr unangenehm, Waschen war tagelang nur mit abgestandenem Wasser aus Kübeln möglich.

Auf der anderen Seite waren wir chirurgisch sehr erfolgreich: das Spektrum der Operationen konnte nochmals erweitert werden: neben kindlichen Katarakt-Operationen (grauer Star) sanierten wir ältere Augenverletzungen, Patienten mit inneren Augenentzündungen und schweren Verwachsungen, frische Lid- und Tränenwegsverletzungen, und wieder Augenhochdruckpatienten. Abermals kamen viele Kinder zur Operation.
Trotz 3 fehlender OP Tage konnten wir durch eine gute Logistik über 40 Operationen pro Tag auf 2 Tischen durchführen, und schafften letztlich bei diesem Einsatz 230 Augenoperationen.
Dr Yilkal operiert um vieles besser und schneller als im vergangenen Jahr - ohne ihn wäre das gesamte Projekt in der Form nicht realisierbar gewesen.

Von unseren Freunden in Österreich bekamen wir für diesen Einsatz nicht nur wieder ausreichend finanzielle Unterstützung, sondern auch reichlich Sachspenden von Firmen. Damit konnten wir Dr. Yilkals Klinik weiter ausstatten.

Sehr wichtig waren die Anschaffung von Elektrokauter (für die Blutstillung bei Operationen), der Ankauf von OP-Sets für Schiel- bzw Tränenwegsoperationen  und Instrumentarium für die Untersuchung von Schielpatienten bzw. Kindern.
Vom Klinikum Wels wurden Geräte und Verbrauchsmaterial für die Anästhesistinnen in Debre Markos gespendet - hier fehlte es ursprünglich an fast allem: nun waren dank entsprechender Trachealkanülen wieder Vollnarkosen bei Kindern möglich, ein Gerät zur Pulsmessung und Sauerstoffsättigungsmessung machte Operationen sicherer. Wir brachten einen neuen Beatmungsbeutel, der einzig vorhandene bestand bereits mehr aus Löchern als aus Kunststoff und war komplett mit Klebeband überzogen.


Ein Spender in Wels hat für den gelähmten Portier des Krankenhauses einen stabilen Rollstuhl gekauft, sodass der Mann seiner Arbeit wieder nachgehen konnte.
Für die Tochter einer im letzten Jahr verstorbenen und uns sehr nahe gestandenen OP-Schwester fanden wir in Wels einen Spender für die Finanzierung einer Ausbildung in Pharmazie.

Das Projekt der Renovierung der Abima Elementary School nimmt konkrete Züge an - die Kosten scheinen allerdings schwer bewerkstelligbar zu sein. Dennoch sind wir guter Dinge, hier gemeinsam mit der örtlichen Bevölkerung, unseren Freunden in Österreich, und wahrscheinlich mit Hilfe der oberöstereichischen Landesregierung eine Lösung zu finden.