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Debre Markos 2006

2.12. - 17.12. 2006


Die letzen Tage vor unserem Reiseantritt waren turbulent, da unsere neuausgestellten Euro-Reisepässe auf dem Postweg zur äthiopischen Botschaft (Visum) verloren gingen. Die Anreise nach Debre Markos verlief ohne wesentliche Probleme, auch beim äthiopischen Zoll wurden wir freundlich empfangen.
Heuer gab es in den ersten Tagen viel Regen, 2006 war Äthiopien mehrmals von flutartigen Überschwemmungen heimgesucht worden, die Straße durch die Nilschlucht ist von Murenabgängen schwer gezeichnet.

Wir waren bereits informiert worden dass es Probleme mit der Sterilisation von Op-Instrumenten gibt, da ein Autoklave infolge Stromschwankungen kaputt
gegangen ist. Letzlich gab dann auch der 2. Autoklav seinen Geist auf. Wir reparierten einen alten Trockensterilisator (der aber leider lange Sterilisationszeiten und damit eine eingeschränkte Kapazität hatte), dadurch gab es täglich Wartezeiten auf die Instrumente. Auch einer der zuletzt gekauften Kautergeräte war bereits kaputt, wir nahmen es zur Reparatur mit nach Österreich (das Problem sind Kabelbrüche aufgrund der teils zu hohen Sterilisationstemperaturen der alten Autoklaven, manchmal auch Anwendungsfehler).
Auch das wichtige Ultraschallgerät zur Bestimmung der Kunstlinsenstärke war defekt, auch dieses konnte von uns repariert werden.


Dr. Yilkal hatte viele Patienten einbestellt, nach wenigen Tagen war der Patientenzustrom allerdings so gewaltig, dass wir viele wegschicken mussten, was auch für uns stets eine frustrierende Erfahrung darstellte.

Die überwiegende Zahl der Eingriffe waren Katarakt-Operationen. Wir haben wiederum viele Kinder versorgt, darunter ein Kind mit angeborenem beidseitigen grünen Star (Augenhochdruck, Buphthalmus). Wir operierten teils ausgedehnte Orbitaldermoide, Strabismus-OPs (Schieloperationen), Dakryo- bzw. Mucocelen, Orbita-Lymphome, plastische Lid-Operationen mit Hauttransplantaten, Glaukom-OPs, kombinierte Katarakt-Glaukom-OPs, und zuletzt noch eine mehrere Tage alte, septische Bulbusruptur bei einem Kind.

Insgesamt konnten wir trotz der täglichen Wartezeiten auf die OP-Instrumente 250 Augen-Operationen durchführen. Unsere OP-Zahl in Debre Markos ist bereits auf 1300 Patienten angestiegen. Jedes Jahr wird unsere Logistik besser, auch das Team vor Ort arbeitet effizient. Abends sind wir alle sehr müde aber glücklich, dass wieder ein Einsatz unter einem gutem Stern steht.

Die neue Augenabteilung ist bereits im Bau, die Fertigstellung für Februar 2007 geplant. Wir begutachteten die künftigen Räumlichkeiten, und dokumentierten für unsere deutschen Kollegen den Baufortschritt.
Wir sind begeistert von der entstehenden Infrastruktur, Rotary international und insbesonders die Projektverantwortlichen Hr. Kupke und Herr von Lindenfels (Rotary Club Weiden, Deutschland) haben hier Grossartiges geleistet. Auch der Rotary Club Wels hat sich am Neubau finanziell beteiligt (und wiederum wie in den letzten Jahren unsere Reise und dortige Arbeit zusätzlich unterstützt).