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Debre Markos Hospital

Das Krankenhaus in Debre Markos wurde während der italienischen Besatzungszeit erbaut und besteht aus einer chirurgisch - traumatologisch - gynäkologischen Abteilung, einer allgemeinmedizinischen Abteilung und einer Psychiatrie. Es gibt ein Labor für einfache Blutuntersuchungen (HIV Diagnostik, Malariadiagnostik, OP Vorbereitungen), eine Röntgenabteilung sowie eine Apotheke. Für stationäre Patienten existiert eine Frauen- und eine Mänerstation, wobei eine Belegung mit 2 Patienten/Bett nicht ungewöhnlich ist. Im Krankenhaus ist eine kleiner Schule bzw. Ausbildungsstelle für Krankenschwestern und Pfleger vorhanden.

Die Bausubstanz ist alt, die hygienische Situation für uns Europäer schwer ertragbar. Im OP-Trakt gibt es zwar für die herrschenden Verhältnisse eine noch akzeptable Arbeitsumgebung, aber es mangelt an vielen Dingen. Bei Stromausfällen bzw. Ausfall der Generatoren ist die Blutstillung und die Sicht ein Problem, Operationen mit der Taschenlampe zu vollenden kommt immer wieder vor. 2005 mangelte es plötzlich an Aufbewahrungsbeuteln für Blutkonserven, sodaß trotz Spenderverfügbarkeit häufig Frauen an Geburtskomplikationen verbluteten, was wir leider auch persönlich erleben mussten. Diese Problem konnte gelöst werden, in der Zwischenzeit wurde sogar eine Blutbank vom roten Kreuz gebaut.

Ähnlich wie in der Augenabteilung mangelte es überall zeitweise an Ärzten wie z.B. Allgemeinchirurgen, sodaß Patienten wieder an akuter Blinddarmentzündung verstarben.
Auf der anderen Seite waren wir Zeugen von schwierigsten Operation unter einfachsten Bedingungen, abhängig vom Ausbildungsstand bzw. Spektrum unserer Kollegen. Mehrmals sahen wir komplizierte Darmtumoroperationen oder sogar eine Operation am offenen Schädel.

Viele äthiopische Ärzte bleiben allerdings nur kurze Zeit vor Ort und werfen das Handtuch, nachdem sie die Aussichtslosigkeit der Situation erfahren hatten. Fast jedes Jahr wurde uns in den ersten Jahren unserer Anwesenheit ein neuer Krankenhausdirektor vorgestellt, der ebenfalls so rasch als möglich versuchte von Debre Markos fortzukommen.

Unter diesen Bedingungen für längere Zeit zu arbeiten verdient grosse Bewunderung - wir möchten hier einige unserer KollegInnen aus dem Ärzte und Pflegebereich vorstellen.